Server Side Tracking

Server-Side Tracking & CRM-Daten: So gelingt die datenschutzkonforme Verbindung für effektiveres Retargeting

Das Ende des Pixels – und der Beginn einer neuen Ära

In den letzten Jahren hat sich die Welt des Trackings radikal verändert: Third-Party-Cookies sind auf dem Rückzug, Browser blockieren clientseitige Scripts, und neue Datenschutzgesetze wie DMA, ePrivacy und die konsequente Durchsetzung der DSGVO setzen der klassischen Retargeting-Logik enge Grenzen.

Als Senior CRM Managerin erlebe ich täglich, wie Werbekonten plötzlich schlechter performen – nicht, weil die Kampagnen schlechter werden, sondern weil Daten verloren gehen.

Die Lösung? Ein datenschutzkonformes, robustes Zusammenspiel von Server-Side Tracking und CRM-Daten.

Was ist Server-Side Tracking – und warum ist es so wichtig?

Beim klassischen (clientseitigen) Tracking wird der Pixel im Browser des Nutzers ausgelöst. Das Problem: Adblocker, Cookie-Einschränkungen und Browser-Einstellungen blockieren diese Pixel zunehmend – insbesondere Safari & Firefox.

Server-Side Tracking verlagert das Tracking vom Browser auf den Server – also in eine kontrollierte Umgebung, die wesentlich datensicherer, zuverlässiger und DSGVO-konformer ist.

Und: Es öffnet die Tür für die Verknüpfung mit CRM-Daten – und damit für intelligenteres, zukunftssicheres Retargeting.

Warum CRM-Daten der Schlüssel sind

Ein CRM-System ist eine der letzten verlässlichen Quellen für First-Party-Daten:

  • E-Mail-Adressen
  • Telefonnummern
  • Kaufhistorien
  • Segmentzugehörigkeit
  • Engagement-Daten (z. B. E-Mail-Öffnungen, Klicks)

Durch serverseitige Schnittstellen (z. B. via Meta Conversions API oder Google Enhanced Conversions) können wir diese CRM-Daten anonymisiert an Ad-Plattformen senden – vollständig DSGVO-konform, sofern Consent vorliegt.

Ergebnis:

  • Höhere Datenqualität
  • Bessere Audience-Matches
  • Genaue Conversion-Zuordnung
  • Mehr Performance trotz Tracking-Restriktionen

Praxisbeispiel: E-Commerce-Kunde + Meta Ads + CRM-Integration

Ein Fashion-Brand, den wir betreuen, hatte mit plötzlichem ROAS-Verfall zu kämpfen. Conversion-Tracking via Meta Pixel war nur noch zu 40 % zuverlässig – Ursache: ITP, Consent Blocker, fehlende User-IDs.

Wir haben gemeinsam mit dem Tech-Team ein Setup entwickelt:

  • Server-Side GTM + eigene Subdomain
  • Kundendaten aus dem CRM (z. B. E-Mail + Kauf-ID) werden mit Events verbunden
  • Events fließen über die Meta Conversions API an Facebook
  • Consent Management Tool (CMP) regelt die Einwilligungen

Das Ergebnis?

+65 % Tracking-Genauigkeit

+27 % ROAS

Deutlich bessere Custom Audiences auf Basis echter Kaufdaten

Datenschutz & CRM: Kein Widerspruch

Ein häufiger Irrtum: Dass CRM-Daten „nicht getrackt“ werden dürften. Fakt ist: Mit einer sauberen Einwilligung (Opt-in), Verschlüsselung (z. B. Hashing von E-Mails) und klarer Datenstrategie lässt sich ein modernes, AI-gestütztes Performance Marketing völlig DSGVO-konform betreiben.

Unser Standard-Setup in der Agentur beinhaltet heute:

  • Detaillierte CMP-Integration
  • Transparente Opt-in-Prozesse (inkl. granularer Auswahlmöglichkeiten)
  • Hashing von personenbezogenen Daten, bevor sie an APIs gesendet werden
  • Regelmäßige Datenschutz-Audits gemeinsam mit dem Kunden

Wie CRM & Performance Teams zusammenarbeiten sollten

Die beste technische Infrastruktur bringt nichts, wenn CRM- und Paid-Teams nicht zusammenarbeiten. Wir haben gelernt:

  • CRM liefert wertvolle Zielgruppensegmente
  • Paid Media braucht diese Segmente für effektives Retargeting
  • Server-Side APIs (Meta, Google, TikTok) brauchen stabile Events und saubere Kundendaten

Deshalb haben wir in vielen Kundenprojekten ein „Data Layer Meeting“ etabliert – regelmäßig zwischen CRM, Tech und Paid – um sicherzustellen:

Welche Events tracken wir? Woher stammen die Daten? Welche Segmente sind kampagnenrelevant?

Fazit: Ohne Server-Side + CRM = keine Zukunft im Performance Marketing

Die Werbewelt wird datenschutzfreundlicher – und gleichzeitig datenärmer. Wer darauf nur mit weniger Targeting reagiert, verliert. Wer aber CRM-Daten intelligent nutzt, serverseitig integriert und transparent kommuniziert, gewinnt:

  • Zuverlässige Daten
  • Besseres Targeting
  • Skalierbares Retargeting
  • Rechtssicherheit

Kurz gesagt: CRM ist der Turbo fürs neue Performance Marketing – aber nur, wenn wir es sauber mit Server-Side Tracking verbinden.

Autorin:

Katharina Schifer

Senior CRM Managerin

„Ich bin überzeugt: Datenschutz und Performance müssen sich nicht ausschließen – wenn man CRM als Brücke zwischen beidem versteht.“

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